Stahl und Energieeffizienz

Effizienz ist ein bedeutendes Thema – auch für die Stahlindustrie in Deutschland. Durch eine Vielzahl von Anstrengungen ist es gelungen, den Werkstoff Stahl energieeffizienter zu produzieren und durch ständige Weiterentwicklung auch Produkte hervorzubringen, die durch ihre Anwendung eine höhere Energieeffizienz sichern.

„Effizienz“ findet sich in vielen Bereichen, wie Produktion, Umweltökonomie, Informatik oder auch Statistik. Sie beschreibt das Erreichen eines gewünschten Nutzen bei möglichst geringem Einsatz und Aufwand. Für die Stahlindustrie ist Effizienz in zwei Bereichen besonders wichtig: Zum einen ist die Stahlindustrie in Deutschland bereits seit vielen Jahren bestrebt, Ressourcen effizient zu nutzen, nicht zuletzt aufgrund des nicht vorhandenen unmittelbaren Zugangs zu den für die Stahlherstellung benötigten Rohstoffen. Zum anderen rückt das Thema Energieeffizienz, in Zeiten, in denen Energiekosten ein maßgeblicher Standortfaktor sind, verstärkt in den Fokus der Stahlindustrie in Deutschland.

Die Bemühungen, den Werkstoff Stahl energieeffizienter zur produzieren, haben dazu geführt, dass der spezifische Primärenergieverbrauch in Bezug auf die Rohstahlerzeugung in den letzten 25 Jahren um 13,1 Prozent von 20,56 Gigajoule im Jahr 1990 auf 17,86 Gigajoule je Tonne Rohstahl im Jahr 2015 gesunken ist. Dabei sind die nachfolgenden Fertigungsschritte noch nicht berücksichtigt. Durch Einbeziehung warmgewalzter Stahlfertigerzeugnisse, nahtloser Stahlrohre und Schmiede­fertigungs­erzeugnissen wird neben dem Reduktionsmittel- und Energieeinsatz für die Rohstahl­erzeugung auch die Effizienzsteigerung für den Bereich der Weiterverarbeitung berücksichtigt. In Bezug auf die Stahlfertigprodukte verringerte sich der spezifische Primärenergieverbrauch somit um rund 19 Prozent von 24,38 Gigajoule im Jahr 1990 auf 19,8 Gigajoule je Tonne Stahl im Jahr 2015.