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Kokerei

ArcelorMittal Bottrop GmbH
Prosperstraße 350
46238 Bottrop

Daten

Leistung
80 kW

Mit der Jahresmenge wäre man in der Lage, circa 160 Vier-Personen-Haushalte mit Strom zu versorgen.
ArcelorMittal Bottrop GmbH

Prozessdampf-Überdruck wird zu preiswertem elektrischen Strom

Energieerzeugung

Nicht immer müssen teure und wartungsintensive Dampfturbinen zur Stromgewinnung eingesetzt werden. Die ArcelorMittal Kokerei Prosper in Bottrop gewinnt aus Überdruck beim Prozessdampf kostengünstig Energie zur Stromversorgung von Maschinen und Pumpen.

Dampfprozesse gelten in vielen Industriebetrieben als bewährte Methode, um Energie flexibel und zuverlässig an ihren jeweiligen Nutzungsort im Werk zu transportieren. Dies gilt auch für die Kokerei Prosper des Stahlproduzenten ArcelorMittal in Bottrop. Um dabei noch das letzte Quäntchen Arbeitsfähigkeit aus dort entstehendem überschüssigen Prozessdampf für eine weitere Stromgewinnung zu verwerten, setzt das Unternehmen ein neues Energiemodul ein. Dieses kann schon aus relativ geringen Eintrittsdrücken auf der Zudampfseite des Aggregates höchst effizient zunächst mechanische- und anschließend elektrische Energie gewinnen.

Effiziente Energieumwandlung

Diesen Effekt macht sich der Bottroper Betrieb im Bereich der Waschwasseraufbereitung zunutze: Da dort einige Verbrauchsstellen des Werkes einen geringeren Dampfdruck als andere benötigen, ist es nötig, den Druck des beim Produktionsprozess entstehenden Dampfes zu mindern. Üblicherweise erfolgt diese Druckminderung über eine sogenannte Druckreduzierstationen – ein mechanisches Drosselventil, das allerdings die Arbeitsfähigkeit des Dampfes und damit die darin enthaltene Energie verloren gehen lässt. Hier setzt das neue Energiemodul an: Es reduziert den Dampfdruck und erzeugt dabei gleichzeitig mit dieser Energie elektrischen Strom. Technisch ausgedrückt ergibt sich die elektrische Leistung des Aggregats aus dem verfügbaren Enthalpie-Gefälle, das sich aus der Expansion des Dampfes zwischen Ein- und Austritt der Maschine ergibt und dem im Verfahren anfallenden Dampfmassenstrom. Angenehmer Nebeneffekt für den Bottroper Kokereibetrieb: Gleichzeitig wird die Dampfqualität – hinsichtlich Druck und Temperatur – an die Anforderungen des nachgeschalteten Prozesses angepasst.

Energiemodul gewinnt gegenüber Dampfturbine

Pro Stunde werden in Bottrop mit dem Energiemodul so 80 kWh elektrische Energie erzeugt. Mit der Jahresmenge wäre man in der Lage, circa 160 Vier-Personen-Haushalte mit Strom zu versorgen. Tatsächlich wird die erzeugte Energie aber in das werkseigene Stromnetz der Kokerei eingespeist und damit dort diverse Maschinen, Pumpen sowie Aggregate betrieben. Weiterer Vorzug: Durch die Nutzung des neuen Energiemoduls kann man auf Dampfturbinen zur Stromgewinnung verzichten, was sich positiv auf die Betriebskosten auswirkt, da Turbinen deutlich teurer und wartungsintensiver sind. Und neben der Primärenergieeinsparung wird auch reichlich klimaschädliches CO2 eingespart.


Beitragsbild: reingestalter (CC BY-SA 2.0)

 


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